

FREIE PRESSE vom 16.10.2010
"Goodasühr" und "Schlübbermarkt"
In ihrem neuen Soloprogramm im Chemnitzer Kabarett verspricht Ellen Schaller
"Prosecco für alle"
Chemnitz. Da hat man sich nun schon mal durchgerungen und die Flimmerkiste
ausgelassen, und wo landet man im Chemnitzer Kabarettkeller in der Markthalle?
Beim Fernsehen. Doch nicht so gemütlich wie daheim. Mitmachen ist angesagt,
die Kommandos werden geübt: Applaus, Lachen, Buh-Rufe ... Ellen Schaller, die
mit ihrem neuen Programm "Prosecco für alle" verspricht, hat als TV-Moderatorin
ihr williges Publikum fest im Griff. Premiere war am Donnerstagabend.
In ihrem zweiten Soloprogramm greift sie die Idee ihres ersten ("Zu geil für diese
Welt" - ebenso noch im Spielplan des Chemnitzer Kabaretts) wieder auf:
Verwandlung heißt die Devise. Und so marschieren in knapp zwei Stunden
Frauentypen auf, die unter-schiedlicher nicht sein könnten. Genau das erweist sich
wieder als Schallers Stärke. Ob sie nun die ständig meckernde Hartz-IV-
Urlauberin, die Katastrophenfotografin, eine "Walldorfschnitte" oder eine
langmähnige Blondine mit rosa Leggins mimt, die ihre Puff-Card mit
undurchsichtigem Rabattsystem an den Mann bringen will - hier erlebt man
Komödiantentum der besten Art.
Das ist nicht nur wunderbar gespielt auf einer Skala von naiv bis lasziv, das ist
zudem prächtiges Kabarett, denn so harmlos ist das muntere Wechselspiel nun
auch wieder nicht.Ellen Schaller ist eine versierte Satirikerin, die ihre Nadelstiche
ganz exakt setzt.
(Texte: Martin Maier-Bode, Philipp Schaller und Cornelia Molle)
Großes Thema: Krisen - politisch, wirtschaftlich, privat. Da kann an der
"Goodasühr" schon mal die Menschwürde abhanden kommen, die Stadt der
Moderne mit "Schlübbermarkt" und Pinguingruppe punkten, Fötal-Yoga dem
späteren Leistungsdruck vorbeugen oder in einem Freizeitpark für Rentner
verklärte Vergangenheit fröhliche Urständ feiern. Viel Beifall gab es für einen
Abend, der dank der Regie von Gerald Gluth mehr als ein pures
Nummernprogramm ist.
Von Uta Trinks
FREIE PRESSE vom 27. 09.2008
Zwischen rotem Mieder und Rollator "Zu geil für diese Welt!"
meint Ellen Schaller in ihrem Soloprogramm -
Viel Beifall im Chemnitzer Kabarett
Chemnitz. Singende Briefkästen. Wo gibt's das schon? In 'ner billigen Klamotte
vielleicht? Doch Vorsicht, so harmlos ist das nicht, wenn man in den Keller der
Chemnitzer Markthalle kommt und die Bühnendekoration zu Ellen Schallers
Einpersonen-Programm "Zu geil für diese Welt!" zu schmettern beginnt. Premiere
war am Donnerstag Abend. Die schlitzmäuligen Gesellen aus Holz und Blech
stecken weniger ein, sie teilen vielmehr aus. Was zunächst wie einfacher Klamauk
anmutet, erweist sich als witzig auftrumpfende Background-Truppe, die dem
typisch Deutschen die Leviten liest, während sich die Matadorin des Abends in
Schale wirft, die da ebenso ein getigerter Anzug wie eine blau-graue Kittelschürze
sein kann.
Was treibt die Frau von heute um und an? Ellen Schaller lässt Gretel Hermann,
Agnes "Tiger" Warnke, Elvira Müller, Gundula Kraft, Ina Luft und Wanda van Botox
aufmarschieren und schwadronieren, als gelte es, wieder mal eine Parade der
gängigen Klischees vom weiblichen Geschlecht abzunehmen. Die Dresdnerin aber,
die seit elf Jahren auf dem Chemnitzer Brettl ihre satirische Seite zeigt, hat viel
mehr zu bieten. Zwischen rotem Ledermieder und Rollator kann der Frau so
einiges an Sorgen durch den Kopf und durchs Gemüt spuken. Es geht um
Einsamkeit, Ängste, Vorurteile. Der Mann aus dem Männerkatalog etwa, die Leere,
wenn der Partner plötzlich gestorben ist, die ausgepowerte Pädagogin am Rande
des Nervenzusammenbruchs - manche Lachnummer ist ein ganz trauriges Ding.
Denn wenn Ellen Schaller das deutsche Bildungssystem attackiert und gleichzeitig
vermittelt, wie bequem und armselig es ist, die Schuld für jeglichen Verfall der
Werte allein bei den Lehrern zu suchen, dann wird sie bitterböse.
Da läuft so einiges schief, im Privaten wie in der Gesellschaft. Makaber, schreiend
komisch, hintergründig, gnadenlos - so eine Mischung (Textbuchmitarbeit Philipp
Schaller) hinzukriegen, das war den langen Beifall am Ende des Abends wert -
obendrein, wenn das alles (in der Regie von Gerald Gluth) so umwerfend gespielt
wird.
Von Uta Trinks


Chemnitzer Kabarett
www.das-chemnitzer-kabarett.de
Zu geil für diese Welt
mit Ellen Schaller
Texte: Philipp Schaller, Ellen Schaller, Dietmar Jacobs, Carmen Ruth
Regie: Gerald Gluth
5 Frauen in einem Hausflur. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens:Wie führt man
einen Olympiaboykott durch? Was machen dreißig Skins im Streichelzoo? Wie viel
Kilo Kartoffeln muss man schälen, bis man endlich den Müll runterbringen kann? Ist
Stoßlüftung gut für die Liebe? Wie viel Rabatt bekommt man auf einer Weltreise für
lärmende Kinder in der Hotelanlage? 5 Frauen gehen den Sachen auf den Grund. 5
Frauen mit der geilsten musikalischen Begleitung seit es Briefkästen gibt. So viel
kriegen Sie selten für Ihr Geld!
Senilcourage - die Frauenpower-Revue
mit Kerstin Heine und Ellen Schaller
Frauen haben die höhere Lebenserwartung. Warum? Frauen können besser über sich
lachen und sehen auch beim Tanzen besser aus. Frauen sind nicht so schmerzempfindlich.
Und viel sozialer. Kopulation anstatt Korruption - das ist unsere Ansage gegen die Überalterung.
Zwei Urweiber nehmen keinen Blatt vor den Mund. Sie lassen ihre hübschen Beine durch den
Saal fliegen und jede Menge Pointen dazu - mit viel Charme und ohne Scham. Getreu dem Motto:
Wer frech ist lebt länger. Senilcourage - die Frauenpower-Revue mit dem Jungbrunneneffekt
auch für Männer.
Prosecco für alle
mit Ellen Schaller
Texte: Philipp Schaller, Martin Maier-Bode und Ellen Schaller
Regie: Gerald Gluth
Ein Tag ohne Jammern, ist ein verlorener Tag. Stimmts?
Aber stellen Sie sich einmal vor: Das Glas ist nicht halb leer sonder halb voll.
Gejammer nervt nämlich! Ellen Schaller macht Ihnen Mut! Sie zeigt Ihnen, wo der
Hammer hängt, wo die Banane wächst, wo der Bär brummt. Prosecco für alle! Sie
haben es sich verdient! Und wer dann noch jammert, bekommt Hausverbot. Prost!
Hoftheater Dresden
http://www.hoftheater-dresden.com
Liebe verhasste Mutter
mit Ellen Schaller und Ulrich Wenzke
Temporeich, schrill und mit Wiedererkennungseffekt für den Zuschauer: die Auseinandersetzung
einer 50jährigen Mutter mit ihrem 30jährigen Sohn, den sie nicht loszulassen vermag und
deshalb mit allgegenwärtiger Liebe tyrannisiert.
Sheldon Levine hat sich von seiner Mutter losgesagt, weil er ihr die Schuld am Scheitern
seiner Ehe gibt, und ist nach Kalifornien verschwunden. Doch vor der Mutterliebe gibt
es kein Entrinnen: Hartnäckig verfolgt die Witwe ihren Sohn mit Briefen, bis ihre
Korrespondenz zu einem Dialog der Abrechnung wird. Doch als Sheldon wochenlang nichts
mehr von seiner Mutter hört, beginnt er sich Sorgen zu machen. Dass sie ihn endlich
loslassen und ihren Guru heiraten will, ist wiederum ihm nicht geheuer. Sheldon droht
heimzukommen, das Spiel beginnt neu mit getauschten Rollen...
Der fiktive Briefwechsel entblößt mit beißendem Humor die Funktionsmechanismen einer
"ganz normalen" Mutter-Sohn-Beziehung und wendet das Genre ins Absurd-Komische.
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An der Schauspielschule war sie sauer, wenn über sie auf der Bühne gelacht wurde.
Auf Grund familiärer kabarettistischer Vorbelastung wollte sie eine "ernsthafte"
Schauspielerin werden. Aber die Zuschauer lachten auch über ihre Minna von
Barnhelm, über ihre Recha im Nathan oder Helena im Sommernachtstraum. Beim
ersten Versuch mit dem Duo Ulbricht/Zweigler war die Verzweiflung groß: Selber
Texte schreiben? Auf Zuschauerkommentare in der Vorstellung spontan reagieren?
Um Himmels Willen! Noch eine Woche vor der Premiere wollte sie am liebsten alles
hinschmeißen! Als dann am Premierenabend mitten in der Vorstellung der Strom
ausfiel, rannten Ulbricht/Zweigler los, um den Schaden zu beheben, zurück blieb
die Schaller im Dunkeln, die das Publikum fünf Minuten unterhielt. Spontan, witzig
und vorlaut. So, wie wir sie nunmehr seit zwölf Jahren in Chemnitz erleben – auch
ohne Stromausfall.
Als Kabarettistin beschäftige ich mich täglich mit den großen und kleineren
Missständen der Politik in unserem Land. Bei all diesen Problemen möchte ich die
Menschen und vor allem Kinder nicht aus den Augen verlieren, die täglich vor
unvergleichbar größeren Schwierigkeiten stehen. Seit Jahren bin ich mehrfache
Patin bei Plan International, weil ich nach einer Möglichkeit gesucht habe, mich mit
mehr als einer anonymen Geldspende zu engagieren. Durch den direkten Kontakt
mit einem Patenkind in Indien und Peru, kann auch meine Tochter spüren, wie
unsere Hilfe bei diesen Kindern gebraucht wird und ankommt. Ich würde mich
freuen, wenn ich Sie neugierig gemacht habe:
www.plan-deutschland.de
Theater
Engagements als Schauspielerin in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Bautzen
seit 1996 freischaffend (Chemnitzer Kabarett, wechselbad Dresden, Staatsoperette
Dresden, Hoftheater Dresden, Herkuleskeule Dresden)
Fernsehen
Abschiedslied für Linda ( Polizeiruf 110 )
Regie: Christa Mühl
Weihnachtsgeschichten
Regie: Christa Mühl
Ellen Schaller
Kontakt über
Das Chemnitzer Kabarett
An der Markthalle 1 - 3
09111 Chemnitz
EMail
info@ellenschaller.de
Telefon 0163 7010607
Fotos
Laszlo Farkas
Jörg Riethausen
Texte
Ellen Schaller
Steffi Schulz
Uta Trinks
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