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FREIE PRESSE vom 27. 09.2008

Zwischen rotem Mieder und Rollator "Zu geil für diese Welt!"
meint Ellen Schaller in ihrem Soloprogramm - Viel Beifall im Chemnitzer Kabarett

Chemnitz. Singende Briefkästen. Wo gibt's das schon? In 'ner billigen Klamotte vielleicht? Doch Vorsicht, so harmlos ist das nicht, wenn man in den Keller der Chemnitzer Markthalle kommt und die Bühnendekoration zu Ellen Schallers Einpersonen-Programm "Zu geil für diese Welt!" zu schmettern beginnt. Premiere war am Donnerstag Abend. Die schlitzmäuligen Gesellen aus Holz und Blech stecken weniger ein, sie teilen vielmehr aus. Was zunächst wie einfacher Klamauk anmutet, erweist sich als witzig auftrumpfende Background-Truppe, die dem typisch Deutschen die Leviten liest, während sich die Matadorin des Abends in Schale wirft, die da ebenso ein getigerter Anzug wie eine blau-graue Kittelschürze sein kann.

Was treibt die Frau von heute um und an? Ellen Schaller lässt Gretel Hermann, Agnes "Tiger" Warnke, Elvira Müller, Gundula Kraft, Ina Luft und Wanda van Botox aufmarschieren und schwadronieren, als gelte es, wieder mal eine Parade der gängigen Klischees vom weiblichen Geschlecht abzunehmen. Die Dresdnerin aber, die seit elf Jahren auf dem Chemnitzer Brettl ihre satirische Seite zeigt, hat viel mehr zu bieten. Zwischen rotem Ledermieder und Rollator kann der Frau so einiges an Sorgen durch den Kopf und durchs Gemüt spuken. Es geht um Einsamkeit, Ängste, Vorurteile. Der Mann aus dem Männerkatalog etwa, die Leere, wenn der Partner plötzlich gestorben ist, die ausgepowerte Pädagogin am Rande des Nervenzusammenbruchs - manche Lachnummer ist ein ganz trauriges Ding. Denn wenn Ellen Schaller das deutsche Bildungssystem attackiert und gleichzeitig vermittelt, wie bequem und armselig es ist, die Schuld für jeglichen Verfall der Werte allein bei den Lehrern zu suchen, dann wird sie bitterböse.

Da läuft so einiges schief, im Privaten wie in der Gesellschaft. Makaber, schreiend komisch, hintergründig, gnadenlos - so eine Mischung (Textbuchmitarbeit Philipp Schaller) hinzukriegen, das war den langen Beifall am Ende des Abends wert - obendrein, wenn das alles (in der Regie von Gerald Gluth) so umwerfend gespielt wird.

Von Uta Trinks
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Prosecco für alle

mit Ellen Schaller
Texte: Philipp Schaller, Martin Maier-Bode und Ellen Schaller
Regie: Gerald Gluth

Ein Tag ohne Jammern, ist ein verlorener Tag. Stimmts? Aber stellen Sie sich einmal vor: Das Glas ist nicht halb leer sonder halb voll. Gejammer nervt nämlich! Ellen Schaller macht Ihnen Mut! Sie zeigt Ihnen, wo der Hammer hängt, wo die Banane wächst, wo der Bär brummt. Prosecco für alle! Sie haben es sich verdient! Und wer dann noch jammert, bekommt Hausverbot. Prost!


Hoftheater Dresden

http://www.hoftheater-dresden.com

Liebe verhasste Mutter

mit Ellen Schaller und Ulrich Wenzke

Temporeich, schrill und mit Wiedererkennungseffekt für den Zuschauer: die Auseinandersetzung einer 50jährigen Mutter mit ihrem 30jährigen Sohn, den sie nicht loszulassen vermag und deshalb mit allgegenwärtiger Liebe tyrannisiert.

Sheldon Levine hat sich von seiner Mutter losgesagt, weil er ihr die Schuld am Scheitern seiner Ehe gibt, und ist nach Kalifornien verschwunden. Doch vor der Mutterliebe gibt es kein Entrinnen: Hartnäckig verfolgt die Witwe ihren Sohn mit Briefen, bis ihre Korrespondenz zu einem Dialog der Abrechnung wird. Doch als Sheldon wochenlang nichts mehr von seiner Mutter hört, beginnt er sich Sorgen zu machen. Dass sie ihn endlich loslassen und ihren Guru heiraten will, ist wiederum ihm nicht geheuer. Sheldon droht heimzukommen, das Spiel beginnt neu mit getauschten Rollen...

Der fiktive Briefwechsel entblößt mit beißendem Humor die Funktionsmechanismen einer "ganz normalen" Mutter-Sohn-Beziehung und wendet das Genre ins Absurd-Komische.

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Theater

Engagements als Schauspielerin in Dresden, Chemnitz, Zwickau und Bautzen seit 1996 freischaffend (Chemnitzer Kabarett, wechselbad Dresden, Staatsoperette Dresden, Hoftheater Dresden, Herkuleskeule Dresden)

Fernsehen

Abschiedslied für Linda ( Polizeiruf 110 )
Regie: Christa Mühl

Weihnachtsgeschichten
Regie: Christa Mühl
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